YI Dashcam im Test

YI Dashcam C10 TestWie schon dem ein oder anderen bekannt sein dürfte, testen wir bei BluetoothLautsprecher-Test.net nicht nur Lautsprecher. Immer wieder sind auch Gadgets dabei. Heute sehen wir uns die YI Dashcam an – eine Kamera, die im Auto montiert wird und den Straßenverkehr permanent aufnimmt.

Bei YI handelt es sich um ein Tochterunternehmen vom bekannten Hersteller Xiaomi, welcher bereits zahlreiche Gadgets, Lautsprecher und mehr Technikkram auf den Markt gebracht hat. Mit der YI Dashcam hat man nun eine voll funktionsfähige Kamera fürs Auto präsentiert.

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Wozu benötige ich überhaupt eine Dashcam? Dashcams kennen Europäer vor allem aus verrückten Autovideos aus Russland oder den östlichen Nachbarstaaten. Tatsächlich erlebten Dashcams dort ihren ersten Boom. Einerseits werden sie verwendet, um kuriose und spannende Verkehrssituationen festzuhalten. Viel wichtiger ist jedoch, dass man mit ihnen im Falle eines Unfalles beweisen kann, dass man unschuldig ist.


Lieferumfang & Installation

Im Lieferumfang befindet sich die Kamera, eine Halterung für die Windschutzscheibe, ein USB-Kabel zum Aufladen des Geräts und ein USB-Adapter für den Zigarettenanzünder im Auto.

Nachdem man eine microSD-Karte in den Schlitz auf der Seite der Kamera gesteckt hat, kann das Gerät im Auto montiert werden. Dazu klebt man die Halterung auf die Windschutzscheibe und hakt die Kamera ein. Bei der Halterung handelt es sich um eine klassische Klebe-Halterung, die natürlich nur einmal geklebt werden kann. Viel besser wäre ein Saugnapf, da dieser immer wieder und auch in verschiedenen Autos verwendet werden kann. Zuletzt wird das USB-Kabel in Kamera und Zigarettenanzünder-Adapter gesteckt.

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Bei neueren Autos gibt es oft bereits einen USB-Anschluss. Dann kann man sich den Adapter sparen und die Kamera direkt dort anschließen.

Im Gerät befindet sich ein 240mAh-Akku, der die Kamera natürlich nur für eine ganz kurze Zeit versorgen kann. Das ist zB. dann nötig, wenn das Auto für wenige Sekunden abgeschaltet wird. Im Normalbetrieb muss die Cam jedoch ständig per USB verbunden sein.

Inbetriebnahme

Startet man nun das Auto und wird die Kamera mit Strom versorgt, beginnt die Aufnahme auf die microSD-Karte automatisch. Dabei überschreiben neue Aufnahmen automatisch die älteren.

Drückt man auf das Kamera-Symbol (2. von links), so wird die andauernde Loop-Aufnahme, die beim Start der Kamera automatisch beginnt, gestoppt. Wird gerade nichts aufgenommen, kann man mit einem Druck auf den roten Button (1. von links) eine sogenannte Emergency-Aufnahme starten. Diese dauert nur 10 Sekunden und kann beispielsweise dann verwendet werden, wenn das unmittelbare Geschehen aufgezeichnet werden muss. Im Normalfall ist die Emergency-Aufnahme aber nicht nötig, da die Kamera im Loop-Modus sowieso die ganze Zeit aufnimmt.

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Ein Druck auf das Bild (3. von links) aktiviert den Galerie-Modus, in welchem man sich vergangene Fahrten ansehen kann. Der 4. Button von links bringt einen ins Menü – bei längerem Drücken wird die Kamera ausgeschaltet.

Im Menü können verschiedene Einstellungen vorgenommen werden: Die Aufnahmequalität kann verändert werden, das Mikrofon kann ein- und ausgeschaltet werden, der Motion-Sensor kann aktiviert werden, etc. Auch das Wlan, welches für die Verbindung mit einem Smartphone nötig ist, kann im Menü konfiguriert werden.

Betrieb & Aufnahmequalität

Die Kamera läuft also vollkommen automatisch und nimmt dabei Videos in 1080p und mit einer Framerate von 60 Frames pro Sekunde auf. Uns gefällt besonders, dass die Kamera ein Weitwinkelobjektiv hat. Damit sieht man wirklich die gesamte Fläche vor dem Auto, wie man auf dem nächsten Video-Screenshot gut erkennen kann.

YI Kamera Screenshot

Unserer Meinung nach liefert die Kamera eine gute Bildqualität: Kennzeichen sind gut erkennbar, Vibrationen vom Auto sind im Video nahezu unsichtbar und auch die Kontraste passen.

In der Kamera ist auch ein Mikrofon eingebaut. Dieses ist anfangs deaktiviert, kann jedoch im Menü aktiviert werden. Nervige Hintergrundgeräusche werden größtenteils gefiltert, Gespräche versteht man gut.

Natürlich darf man sich von einer Dashcam keine Qualität erwarten, wie sie zB. professionelle Videokameras haben. Die Xiaomi YI Dashcam liefert unserer Meinung nach jedoch optimale Videos, die im Notfall auch als Beweismaterial dienen können.

Beispielvideo

Video mit deaktiviertem Mikrofon:

Das Wasserzeichen im linken oberen Eck kann auf Wunsch in den Einstellungen deaktiviert werden. Damit das Datum und die Zeit richtig angezeigt werden, muss man nach dem ersten Start der Kamera die Daten richtig eingeben.

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Smartphone-App

Yi AppDie YI Dashcam App gibt es zum kostenlosen Download im Apple App Store und bei Google Play. Damit die App funktioniert, muss man das Smartphone per Wlan mit der Kamera verbinden. Das Standard-Passwort lautet 1234567890.

Unter dem Menüpunkt „Album“ können die letzten Aufnahmen angesehen und auch aufs Handy heruntergeladen werden. Unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ gibt es viele Optionen, die verändert werden können: Von der Bildqualität über die Audio-Aufzeichnung, bis hin zum „Intelligenten Fahren“ kann alles an- und ausgeschaltet werden.

Beim „Intelligenten Fahren“ handelt es sich übrigens um eine Funktion, die warnen soll, wenn man die Spur verlassen hat oder zu nahe am vorderen Fahrer ist. In unserem Test erwies sich diese Funktion aber noch als unausgereift und eher unnötig – wir empfehlen daher, das Feature zu deaktivieren.


Fazit: YI Dashcam

YI Dashcam TestBei der YI Dashcam handelt es sich um eine voll funktionsfähige Autokamera, die eine gute Bildqualität mit praktikabler Handhabung vereint. Die Cam ist in Nullkommanichts auf der Windschutzscheibe montiert und für die erste Fahrt bereit. Als besonderes Zusatzfeature gibt es die YI Dashcam App, mit der man die Aufnahmen verwalten und aufs Handy herunterladen kann.

Negativ aufgefallen ist uns, dass das Fahrerassistzenzsystem unzureichend funktioniert und man sich nicht darauf verlassen kann. Dieses sollte man noch vor der ersten Fahrt deaktivieren, um nicht gestört zu werden.

Wir empfehlen die Dashcam allen, die auf der Suche nach einem günstigen Gerät sind, mit dem sie den Straßenverkehr aufnehmen können.

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Wie bei allen Geräten empfehlen wir auch hier vor dem Kauf einen Blick in die Kundenrezensionen.

Die rechtliche Lage von Dashcams: Immer wieder taucht die Frage auf, ob Dashcams überhaupt erlaubt sind. Der Besitz einer solchen Kamera ist eigentlich in jedem EU-Land erlaubt. Abhängig von der Strenge der Datenschutzregeln gibt es teilweise jedoch grobe Unterschiede. In Deutschland und in Österreich ist die Verwendung der Kameras umstritten – gesetzliche Grundlagen dazu gibt es noch leider nicht. In Urlaubsländern wie Italien, Slowenien und Kroatien sollte es keine Probleme geben. Bitte beachte, dass sich die Rechtslage ändern kann. Wir übernehmen daher keine Haftung für diese Angaben. Mehr Infos dazu findest du zB. beim ADAC.